Im Rahmen des EU-Projektes ADOSE (Reliable Application Specific Detection of Road Users With Vehicle On-board Sensors) werden vom AIT (Austrian Institute of Technology) Stereo-Vision-Algorithmen für Silicon-Retina-Sensoren entwickelt, um ein vorzeitiges Auslösen des Seitenairbags vor einem Crash zu ermöglichen. Im Unterschied zu herkömmlichen bildgebenden Sensoren liefert eine Silicon-Retina nur dann Daten, wenn die Intensität des Lichts in einem Pixel einen gewissen Schwellwert über- bzw. unterschreitet, d.h. es werden keine Bilder geliefert sondern lediglich Intensitätsänderungen (Events) zur Verfügung gestellt, wodurch die gelieferte Datenmenge variabel und in der Regel deutlich kleiner als bei normalen bildgebenden Sensoren ist. Daher werden diese Sensoren bei sehr zeitkritischen Anwendungen eingesetzt.

Im Projekt soll der Stereo-Vision-Algorithmus als Referenzmodell in SystemC und in Hardware (VHDL) auf einem FPGA umgesetzt werden. Zwei künstliche Retinae, welche uns zur Verfügung stehen, nehmen Stereo-Daten auf. Anhand dieser Bilddaten können relative Bewegungen (Tiefeninformation) der Objekte erkannt bzw. geschätzt werden. Dabei ist eine Echtzeit-Signalverarbeitung bei sehr hohen Datenraten erforderlich - jede Retina hat eine Auflösung 128x128 Pixel und liefern eine durchschnittliche Datenmenge von 64 Mbit/s Anhand dieser Daten muss das Bild rekonstruiert und die Tiefenschätzung realisiert werden. Um diese Daten in Echtzeit in einem FPGA zu verarbeiten, müssen massiv parallele Strukturen, ähnlich wie bei High-End Grafikkarten, eingesetzt werden.

Acknowledgments:
The research leading to these results has received funding from the European Community's Seventh Framework Program (FP7/2007-2013) under grant agreement n° ICT-216049 (ADOSE).